Dr. Michael Tank: Wie ich zur Blutgruppenernährung kam

dr_tank1Olympiaarzt Dr. Michael Tank

Dr. Tank ist Facharzt für Dermatologie, Allergologe, Sportmedizin, Chirotherapie. Seit 1992 ist er der Teamarzt der Beachvolleyball-Nationalmannschaft und betreibt seit dem Jahr 2000 eine Ganzheitsmedizinische Privatpraxis in Hamburg. Auch war der betreuende Arzt beim „RTL-Diät-Duell im Jahr 2005. Informationen im Internet unter www.tank-deutschland.de

 

Wie ich zur Blutgruppenernährung kam

Auch in der Medizin passieren manche Dinge zufällig. Eine meiner Patientinnen kam Anfang 2001 zu mir und zeigte mir das Buch von D’Adamo über die Blutgruppendiät. “Kennen Sie das?“ fragte sie. „Noch nicht, “ war meine Antwort, „aber wenn Sie es hier lassen, lese ich es.“

Und in mir fing es an zu rumoren. Ich kenne das Gefühl. Man liest etwas und anders als bei all den Informationsmaterialien, die man täglich bekommt, packt es einen. Ich wurde immer aufgeregter, als ich das Buch las und beschloss, es auszuprobieren. Vorausgegangen war, dass ich, ohne Kenntnis der Theorie von der blutgruppengerechten Ernährung, durch einen kinesiologisch tätigen Zahnarzt darauf hingewiesen wurde, doch meine Ernährung umzustellen und Weizen wegzulassen. Ich litt damals unter Rückenproblemen und hatte bereits einen Bandscheibenvorfall.

Mir ging es innerhalb einer Woche deutlich besser. Ich ahnte also den Zusammenhang zwischen Ernährung und meinen Rückenproblemen, und mit dem neuen Buch hatte ich eine Erklärung.

Heute, 10 Jahre später, weiß ich, dass es nicht nur um Ernährung geht. Dass eine Vielzahl anderer Faktoren eine Rolle spielt und dass auch die blutgruppengerechte Ernährung keinesfalls für jeden das Richtige ist.

Als ganzheitlich tätiger Arzt, der seine Medizin immer an Leistungssportlern überprüfen kann (ich bin seit 1992 Nationalmannschaftsarzt im Beachvolleyball), wurde mir klar, dass ich mit der Ernährung nur eine Säule für ein gesünderes Leben hatte.

Hinzu kommen noch Ruhe und Entspannung sowie Sport und Bewegung.

Damit sind auch schon die drei Säulen genannt. Verträgliche Ernährung, Entschleunigung des immer hektischer werdenden Lebens und eine regelmäßige sportliche Betätigung sind die drei Beine auf denen ein gesundes Leben steht.

 

Was macht die blutgruppengerechte Ernährung nach D’Adamo aus?

Ich gebe zu, auch ich bin nicht von allen, vermeintlich wissenschaftlichen, Untersuchungen zu dieser Ernährungsform überzeugt. Und ich glaube nicht alles, was D’Adamo schreibt. Aber ich habe in den vergangenen 10 Jahren in meiner Praxis und im Leistungssport viel Erfahrung gesammelt und kann vielen Patienten guten Gewissens empfehlen, sich blutgruppengerecht zu ernähren.

Die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln hängt u.a. davon ab, ob ein Mensch diese Nahrungsmittel verarbeiten kann. Die Ausstattung mit den nötigen Verarbeitungswerkzeugen, unseren Verdauungsenzymen, erhalten wir von unseren Eltern. Tatsächlich scheint der größte Teil dieser Erbinformation genetisch mit der Blutgruppe gekoppelt zu sein. Anhand der Blutgruppe lässt sich mit hoher, aber nicht absoluter Sicherheit vorhersagen, welche Nahrungsmittel jemand verarbeiten kann und welche nicht. Ich bin heute nicht mehr von der ausschließlichen Abhängigkeit der Nahrungsverträglichkeit von den Lektinen überzeugt, die für D’Adamo das wichtigste Erklärungsmodell darstellen. Laktose-, Gluten- und Glutamatunverträglichkeit sind Beispiele, die sicher nichts mit diesen Oberflächenstrukturen der Nahrung zu tun haben.

Wir wissen inzwischen, dass die Einteilung von Nahrungsmitteln entsprechend der Listen, die D’Adamo aufgestellt hat, recht gut funktioniert, – bei etwa 85% der Menschen. Ich habe herausgefunden, dass z.B. laktosefreie Milchprodukte von nahezu allen Blutgruppen vertragen werden.

Und es wird zunehmend klarer, dass chronische Entzündungen, Parasitenbefall und z.B. Zahnmaterialunverträglichkeiten zu einer Veränderung der Nahrungsmittelverträglichkeit führen. Es geht in meiner Praxis inzwischen so weit, dass ich, wenn jemand im kinesiologischen Test nicht entsprechend der Blutgruppe reagiert, sofort anfange, versteckte Entzündungen zu suchen. Spannenderweise ändert sich nach Ausheilung der Entzündung, nach Entfernung des unverträglichen Zahnmaterials oder der Sanierung des Darms von Parasiten die Verträglichkeit nahezu immer entsprechend der Blutgruppenverträglichkeit.

Das bedeutet praktisch, dass für gesunde Menschen, die Ernährungsempfehlungen sehr verlässlich sind.

 

„Was passiert denn, wenn ich Dinge esse, die ich nicht vertrage?“

werde ich oft gefragt.

Das häufigste Symptom sind Blähungen. Aber auch Stuhlunregelmäßigkeiten, Bauchkrämpfe oder Völlegefühl, Müdigkeit nach dem Essen und beschleunigter Puls sind typische Anzeichen einer im Magen-Darm-Trakt ablaufenden immunologischen Reaktion.

Die Wirkmechanismen können unterschiedlich sein. Neben klassischen Allergien vom Soforttyp (IgE), gibt es welche vom verzögerten Typ (IgG4) und welche die zellulär vermittelt werden (LTT). (In Klammern stehen die zu untersuchenden Antikörper, bzw. Zellen.)

Wenn jemand dauerhaft eine immunologische Reaktion im Darm hat, nimmt er Nährstoffe nicht richtig auf. Mangelzustände betreffen zumeist Mineralien, manchmal auch Vitamine, oft Vitamin B12.

Blutuntersuchungen helfen bei Mineralmangel oft nicht weiter. Weil die Mineralien überwiegend in den Zellen vorkommen, diese aber abzentrifugiert und weggeworfen werden, stimmen die Resultate nicht. Weil eine Messung aus dem zellfreien Serum einfacher ist als die teurere Bestimmung aus Vollblut, werden Mineralmängel erst erkannt, wenn schon ein hochgradiger Mangel vorliegt. Geringe Defizite machen bereits Symptome, nur kann die kaum ein Mediziner heute richtig einschätzen. Wer hierzu Genaueres wissen will, dem sei der Nährstoffcheck auf www.meingesundheitscheck.de empfohlen. Dieser Test sagt Ihnen individuell, ob es bei Ihnen Hinweise auf eine Mangelsituation gibt.

Nehme ich durch die blutgruppengerechte Ernährung ab?

Zuerst geht es bei dieser Ernährungsform um Verträglichkeit. Durch Nahrungsmittel ausgelöste Veränderungen, seien es „Zipperlein“ oder massive Beschwerden, werden häufig deutlich gebessert. Die Menschen fühlen sich leistungsfähiger, brauchen weniger Schlaf, sind nicht so anfällig bei Belastungen.

Darmprobleme durch unverträgliche Ernährung machen oft dick, weil die Nährstoffaufnahme gestört ist. Der Körper ist zwar satt und hat seine Kalorien bekommen, aber es fehlen ihm die Mikronährstoffe wie Zink, Eisen, Magnesium oder Kalzium, Chrom, Mangan, Molybdän, Selen u.a.. Deswegen signalisiert er uns weiter „Hunger!“, was dazu führt, dass wir mehr essen. Ein ausgeglichener Nährstoffhaushalt trägt zu weniger Hungergefühl und damit auch zur Gewichtsabnahme bei.

Voraussetzung dafür, dass man die Nährstoffe aufnimmt, ist ein gesunder Darm. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz. Nur wer seinen Darm mit entsprechend verträglicher Ernährung gesund erhält, kann auch die nötigen Mineralstoffe und Vitamine aufnehmen. Deswegen sollte die Einnahme von Nahrungsergänzungen immer von einer Ernährungsumstellung begleitet sein.

Dann wird es in vielen Fällen so sein, dass sich das Gewicht reduziert. Ich habe Gewichtsabnahmen von 25 kg schon erlebt. Dennoch ist ein gesünderes Leben und nicht die Gewichtsabnahme das vordergründige Ziel dieser Ernährungsempfehlung.

„Gibt es noch andere Symptome einer Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Wenn der Darm Probleme hat, kommt es oft zu Rückenschmerzen, manchmal auch Knieproblemen, Magenprobleme können sich in Nackenverspannungen äußern. Gelenkbeschwerden können auch durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten verstärkt werden und nicht zuletzt gibt es migräneartige Kopfschmerzen, die von der Nahrungsmittelauswahl abhängen. Hautausschläge können manchmal einen Zusammenhang zur Ernährung haben.

Ich habe einmal einen bekannten Fernsehreporter mit Migräne behandelt. Ich habe ihn nur auf die blutgruppengerechte Ernährung eingestellt und nach 14 Tagen waren die Kopfschmerzen dauerhaft verschwunden. Er ist so überzeugt von dem Zusammenhang, das er sich zur Hochzeit von Günter Jauch, zu der er eingeladen war, sein eigenes Essen mitbrachte.

Dr. Michael Tank

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